Nachteilsausgleich: Brandenburg

In Kooperation mit dem brandenburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport initiierte das Netzwerk „Schule und Krankheit“ 2008 einen Runden Tisch zum Thema chronisch kranke Schüler_innen, um Möglichkeiten einer unkomplizierten Nachteilsausgleichsvergabe zu eruieren und zu ermöglichen. Hier waren Vertreter_innen des Landtags, der Ministerien, der Kinder-und Jugendpsychiatrie, der Krankenkassen und der Lehrerschaft beteiligt. Diskutiert wurde das Problem, dass rascher Nachteilsausgleich für kranke Schülerinnen und Schüler ohne förderdiagnostisches Verfahren bis dato nicht möglich war. Dieses Verfahren dauert für viele kranke Kinder zu lang, ist teuer, und dient dazu, teure sonderpädagogische Maßnahmen zu begründen, die dann meistens auch mit Ansprüchen auf Nachteilsausgleich bei der Leistungserbringung der Schüler_innen verbunden sind. Zahlreiche chronisch kranke Kinder brauchen aber keine sonderpädagogischen Maßnahmen, sondern nur die eine oder andere Form von „Nachteilsausgleich“.

2009 konnte eine neue Vorschrift formuliert werden, die es erlaubt, einen Nachteilsausgleich unbürokratisch zu beantragen (MBJS Rundschreiben 12/09). Damit ist es möglich, direkt nach einem Krankheitsausbruch oder nach einem Klinikaufenthalt auf der Basis einer fachärztlichen Stellungnahme einen Nachteilsausgleich in der Schule zu beantragen, welche diesen dann auch selbständig zulässt und gestaltet. Die Lehrpersonen in Brandenburg begrüßten diese Neuregelung sehr.

Netzwerk „Schule und Krankheit“ verfolgt nun das Ziel, dass in allen Bundesländern zwei prüfungsrechtliche Neuregelungen eingeführt werden: Der „Nachteilsausgleich ohne sonderpädagogischen Förderbedarf“, den wir in Brandenburg einführen konnten, und den „gestaffelten Schulabschluss“.

Quelle: Nachteilsausgleich für zeitweise oder chronisch kranke Schülerinnen und Schüler
Rundschreiben 2/14 vom 31. Januar 2014

Quelle: Sonderpädagogik-Verordnung SopV

Vom 02. August 2007 (GVBl. II/07, [Nr.16], S.223), geändert durch Artikle 1 der Verordnung vom 10. Juli 2009 (GVBl. II/09, [Nr.22], S.433)

Quelle: Verwaltungsvorschriften über die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen
Vom 6. Juni 2011 (VV-LRSR)

Quelle:Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und Fördermaßnahmen in Brandenburg
(Elternbroschüre des MBJS Brandenburg)

Quelle: Rechenstörungen als schulische Herausforderung
(Handreichung zur Förderung von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten beim Rechnen / LISUM Berlin Brandenburg)

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