Gestaffelter Schulabschluss

Das folgende Rechts-Gutachten soll helfen, Schwierigkeiten der Prüfungsgestaltung insbesondere des Abiturs für chronisch kranke Schülerinnen und Schüler zu lösen. Es entfaltet die schulrechtliche Begründung für die Möglichkeit, den Schulbesuch der gymnasialen Oberstufe und die Abiturprüfung individuell so zu organisieren, dass chronisch kranken Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, die geforderten (inhaltlich unveränderten) Abiturleistungen im Schulverhältnis zu erbringen.
Das Gutachten schließt mit einem Formulierungsvorschlag für eine entsprechende Regelung, welche von den Schulverwaltungen aller Bundesländer in deren Sonderpädagogik-Verordnungen aufgenommen werden könnte und sollte:

„Die zuständige Schulaufsichtsbehörde kann für Schülerinnen und Schüler, die wegen einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung oder einer langandauernden medizinischen Behandlung den Belastungen der gymnasialen Oberstufe nicht gewachsen sind, durch Einzelfallentscheidung die Belegverpflichtungen der gymnasialen Oberstufe auf einen Zeitraum von bis zu vier Jahren strecken und den besonderen Bedingungen des Unterrichts für Kranke anpassen; für die Prüfungsleistungen können hierbei vorgezogene Prüfungen nach Erfüllung der Belegverpflichtung im jeweiligen Fach vorgesehen werden. Die im Unterricht zu erbringenden mündlichen Leistungen können je nach der vorhandenen Behinderung durch geeignete andere Leistungen ersetzt werden.
Die gesundheitliche Beeinträchtigung ist durch fachärztliches Gutachten nachzuweisen; die Schulaufsichtsbehörde kann eine ergänzende Untersuchung durch den Amtsarzt verlangen. Die jeweils erforderlichen medizinischen Daten dürfen an die Schulaufsichtsbehörde, die Schulleitung und die unterrichtenden Lehrkräfte übermittelt werden und sind gesondert und besonders gesichert aufzubewahren und zwei Jahre nach Verlassen des Bildungsganges zu vernichten.“

Gutachten Gestaffelter Schulabschluss
Von Michael Eule, 21. Oktober 2013:
Welche schulrechtlichen Rahmenbedingungen sind erforderlich und möglich, um kranken Schülerinnen und Schülern, die an der regulären gymnasialen Oberstufe wegen ihrer Erkrankung nicht bzw. nicht in vollem Umfang teilnehmen können, das Abitur im Schulverhältnis zu ermöglichen?