Nachteilsausgleich bei Autismus

Komplex und oft nicht sichtbar sind die Beeinträchtigungen bei Schülerinnen und Schülern mit Autismus. Diese machen den Schulbesuch wie auch das Ablegen von Prüfungen für sie zu einer großen Herausforderung. Besonders ihre autistische Wahrnehmung und Denkweise sowie ihre erschwerte Verarbeitung von Reizen benachteiligen sie klar gegenüber ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ohne Behinderung. Deshalb haben Schülerinnen und Schüler mit Autismus Anspruch auf einen individuell auf sie abgestimmten und gemeinsam vereinbarten Nachteilsausgleich bei Prüfungen.


Der Nachteilsausgleich bei Prüfungen für Schülerinnen und Schüler mit Autismus
Quelle: Autismus Forum Schweiz

Pädagogische Maßnahmen

  • Zulassung von Stereotypen
  • verstärkte Visualisierung von Unterrichtsinhalten
  • differenzierte Hausaufgabenerteilung (nach Umfang und Inhalt) unter Berücksichtigung des individuellen Förderbedarfs
  • Toleranz von Beziehungen zu Gegenständen
  • Zulassen von individuellen Ausdrucksformen
  • Wiederholung und Konkretisierung von Aufgabenstellungen
  • Zulassen von Nachfragen
  • Sicherstellen von wiederholten, trainingsorientierten Übungsphasen
  • Ermöglichen eines ganzheitlichen Zugangs
  • Ansprache aller Sinneskanäle
  • Ritualisierung des Tagesablaufs
  • Ermöglichen verbalfreier Aufgabenlösungen / oder umgekehrt
  • Berücksichtigung des individuellen Lerntaktes und Zeitrahmens / erhöhter Zeitbedarf
  • individuelle Sportübungen und Regelungen für Sport- und Schwimmunterricht
  • Berücksichtigung von Wahrnehmungsbesonderheiten (z.B. Lichtempfindlichkeit, Geräuschpegel)
  • Reduktion des Lerntempos
  • Verlängerung der Bearbeitungszeiten
  • differenzierte Hausaufgabenstellungen
  • teilweise oder vorübergehende Aussetzung von Noten in einigen Fächern

Räumliche, personelle und sächliche Maßnahmen

  • Absicherung der Betreuung durch feste Bezugspersonen, um vertrauensvolle Beziehungen anzubahnen
  • Absicherung gleichbleibender Strukturen

innerhalb der äußeren (Pernal / Räumlichkeiten / Gruppenzugehörigkeiten etc.)

innere Differenzierung (Arbeitsplatz, Lärmpegel, u.ä.)

  • Realisierung von reizarmen Rückzugsmöglichkeiten als strukturiertes Angebot für Pausen, Einzel- und Gruppenunterricht
  • Bereitstellen bzw. Zulassen spezieller Arbeitsmittel (Kassettenrekorder oder andere Abspielgeräte, PC, Laptop, spezielles Schreibgerät, größere Linien, Einmaleinstabelle usw.)
  • unterrichtsorganisatorische Veränderungen z.B. Pausenregelung, Auszeiten, ...
  • Rückzug bei Partner- und Gruppenarbeit absichern
  • Installieren fester Alltagsrituale
  • Einsatz von fachlich weitergebildetem Personal
  • Abschlussprüfungen / -arbeiten über mehrere Tage verteilen